„Hopp Schwiiz!“ – Dieser Kampfspruch wird aus den Kehlen der Schweizer Fans ertönen, wenn ihre „Nati“ um den Einzug ins Achtelfinale kämpft.

Vielleicht hat das Selbstbewusstsein des etwa acht Millionen Einwohner starken Landes auch mit der traditionsreichen Geschichte des Schweizer Fußballs zu tun: Nach dem Vereinigten Königreich waren die Schweizer die ersten Europäer, die sich in Fußballvereinen zusammenschlossen – und den Mannschaftssport erfolgreich exportierten: So handelte Hans Gamper, ein Junge aus Winterthur, in Barcelona nicht nur mit Zucker und Kaffee, sondern gründete in der katalanischen Hauptstadt auch den FC Barcelona. Auch die Gründungsmitglieder des italienischen Erfolgsvereins Inter Mailand waren in der Mehrzahl Schweizer Eidgenossen.

Dass ausgerechnet der Fußball neben Schokolade und Käse zu den frühen Exportschlagern des Alpenlandes gehörte, ist eine wenig beachtete Anekdote. Heute sind es vor allem (Finanz-) Dienstleistungen, Chemikalien, Uhren und Maschinen, mit denen die Schweizer den Rest der Welt beglücken. Viele ausländische Firmen haben in den letzten 30 Jahren einen Firmensitz in der Schweiz errichtet – angelockt von niedrigen Steuern und einer wirtschaftsfreundlichen Politik. Auch für ausländische Arbeitnehmer ist der Standort attraktiv: In keinem anderen Land in Europa werden höhere Löhne gezahlt.

Und was machen ausländische Mitarbeiter, wenn sie in einem fremden Land Anschluss suchen? Zum Beispiel mit den Kollegen Fußball gucken. Das geht auch deshalb besonders gut, weil die Fußballsprache in der Schweiz – ebenso wie in den Forschungsabteilungen der großen Lebensmittel- und Chemie-Konzerne – Englisch ist. Und warum es für die Schweiz traumhaft wäre, die KO-Runde zu erreichen, dass muss den Fachkräften aus aller Welt wohl niemand erklären.

Schweiz-Trikot
Fußball­fakten
  • Bisherige WM-Teilnahmen: 10
  • WM-Titel: 0
  • FIFA-Weltrangliste: 8
  • Top-Star: Granit Xhaka
Wirtschafts­fakten
  • Bevölkerung: 8,4 Millionen
  • Fläche: 5,7 Millionen Fußballfelder
  • BIP: 601 Milliarden Euro
  • BIP pro Kopf: 71.323 Euro
  • Erwerbslosenquote: 3 %
  • Staatsverschuldung (in % des BIP):
    42,8 %
  • Regierungssystem: Direktorialsystem