Für den siebenmaligen Afrika-Meister ist allein die Teilnahme an der WM ein Riesenerfolg. Nur zweimal konnten sich die „Pharaonen“ bisher für ein Endrunden-Turnier qualifizieren, zuletzt vor 28 Jahren. Das war 1990 in Italien – schon nach der Vorrunde war damals Schluss. In diesem Jahr wollen es die Wüstensöhne besser machen – und stehen dafür schon mächtig unter Strom.

Strom – gutes Stichwort. Denn in Ägypten mit seinen 93 Millionen Einwohnern wächst der Energiebedarf jährlich um rund 7 Prozent. Anders als in vielen anderen Ländern verbrauchen die Privathaushalte mit 43 Prozent rund doppelt so viel Energie wie die Industrie. Zum Glück gibt es Bodenschätze: Am Golf von Suez, am Mittelmeer bei El Alamein und auf der Sinai-Halbinsel wird Öl gefördert, täglich rund 860.000 Barrel. Dazu kommen jedes Jahr 7,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Wichtigstes Projekt ist hier das riesige Gasfeld Zohr. Mit einem Volumen von mindestens 850 Milliarden Kubikmetern ist es das größte jemals im Mittelmeer entdeckte Feld.

Nun wünscht sich Energieminister Mohamed Shaker Investoren aus dem Ausland, um den Energiesektor zu modernisieren. Die Kraftwerkskapazität wurde bereits aufgebaut, im Mai sollen drei von Siemens gebaute Großkraftwerke ihre volle Kapazität von 14.400 Megawatt erreichen. Zudem plant man mehr Solar- und Windenergieanlagen, die bis zum Jahr 2020 gut 20 Prozent des Verbrauchs stemmen sollen, bis 2035 sogar 37 Prozent.

Haben Sie alles nicht gewusst, oder? Ähnlich unter dem Radar kickt die Mehrzahl der ägyptischen Nationalspieler. Ausnahme ist Superstar Mohamed Salah. Der 26-Jährige hat bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich: FC Basel, FC Chelsea, AC Florenz und AS Rom. Seit der Saison 2017 spielt der pfeilschnelle Stürmer für den FC Liverpool.

Auf Salah und seine Energieleistung werden die Abwehrreihen der Gruppengegner besonders achten müssen. Vielleicht gelingt den „Pharaonen“ eine Überraschung – die fußballverrückten Ägypter würden ihnen zu Füßen liegen.

Ägypten-Trikot
Fußball­fakten
  • Bisherige WM-Teilnahmen: 2
  • WM-Titel: 0
  • FIFA-Weltrangliste: 44
  • Top-Star: Mohamed Salah
Wirtschafts­fakten
  • Bevölkerung: 92,3 Millionen
  • Fläche: 140 Millionen Fußballfelder
  • BIP: 272 Milliarden Euro
  • BIP pro Kopf: 3.018 Euro
  • Erwerbslosenquote: 12,2 %
  • Staatsverschuldung (in % des BIP):
    103,3 %
  • Regierungssystem: Semipräsidentielles System